Heizkörper entlüften: Die Handgriffe vor der Heizsaison

Ein Heizkörper, der oben kalt bleibt und leise gluckert, hat fast immer dieselbe Ursache: Luft im System. Das Entlüften dauert pro Heizkörper wenige Minuten, nötig sind nur ein Entlüftungsschlüssel, ein flaches Gefäß und ein Tuch. Entscheidend sind zwei oft übersehene Punkte: Schalten Sie vorher die Umwälzpumpe ab und arbeiten Sie sich im Haus von unten nach oben durch. Danach gehört ein Blick auf den Anlagendruck dazu. Die Geerkens GmbH aus Rheinberg zeigt Ihnen, was Sie vor der Heizsaison selbst erledigen können und wann der Fachbetrieb ran sollte.

Woran Sie erkennen, dass Luft im Heizkörper ist

Luft sammelt sich mit der Zeit in jeder Heizungsanlage. Sie gelangt beim Nachfüllen von Wasser hinein, wird aus dem Heizungswasser ausgeschieden oder zieht über undichte Stellen nach. Weil Luft leichter ist als Wasser, steigt sie nach oben und bleibt dort hängen, wo sie den Wärmetransport am stärksten stört: im oberen Bereich der Heizkörper und in den obersten Geschossen.

  • Der Heizkörper wird unten warm, oben aber deutlich kühler oder bleibt kalt.
  • Es gluckert, blubbert oder rauscht, sobald das Thermostat aufgedreht wird.
  • Ein Raum wird spürbar langsamer warm als früher bei gleicher Einstellung.
  • Vor allem Heizkörper im Ober- oder Dachgeschoss fallen auf.

Heizkörper entlüften: Schritt für Schritt

Planen Sie für den ersten Durchgang etwa eine Stunde ein — der größte Teil davon ist Wartezeit.

  1. Umwälzpumpe abschalten. An vielen Anlagen geht das über das Bedienfeld der Heizung, bei anderen über den Schalter an der Pumpe.
  2. 30 bis 60 Minuten warten. Das Wasser kommt zur Ruhe, die Luft sammelt sich oben in den Heizkörpern und das Wasser kühlt etwas ab.
  3. Thermostat voll aufdrehen an dem Heizkörper, den Sie entlüften wollen.
  4. Gefäß und Tuch bereitlegen. Heizungswasser ist dunkel und hinterlässt Flecken.
  5. Entlüftungsventil öffnen. Es sitzt oben am Heizkörper, meist gegenüber dem Thermostat. Mit dem Schlüssel etwa eine Vierteldrehung gegen den Uhrzeigersinn öffnen — keinesfalls ganz herausdrehen.
  6. Zischen abwarten. Sobald statt Luft ein gleichmäßiger Wasserstrahl austritt, ist der Heizkörper entlüftet. Ventil schließen, ohne es zu überdrehen.
  7. Nächsten Heizkörper vornehmen und am Ende die Pumpe wieder einschalten.

Die richtige Reihenfolge im Haus

Beginnen Sie im untersten Geschoss und arbeiten Sie sich nach oben vor, dabei vom Wärmeerzeuger weg. Weil Luft im Kreislauf aufsteigt, treiben Sie sie so gezielt über die höchstgelegenen Heizkörper aus der Anlage. Fangen Sie dagegen oben an, drücken Sie die Luft anschließend wieder nach oben und können von vorn beginnen. Entlüften Sie außerdem alle Heizkörper, nicht nur den auffälligen.

Nach dem Entlüften: Anlagendruck prüfen

Beim Entlüften entweicht Volumen aus dem Kreislauf, deshalb sinkt der Druck. Werfen Sie danach einen Blick auf das Manometer: Der schwarze Zeiger zeigt den aktuellen Druck, der rote Zeiger oder ein grüner Bereich markiert den Sollwert Ihrer Anlage.

In vielen Einfamilienhäusern liegt der Sollbereich zwischen rund 1,0 und 2,0 bar (Stand: September 2026). Der genaue Wert hängt von der Gebäudehöhe ab — als Faustregel rechnet man etwa 0,1 bar je Meter Höhenunterschied zwischen Wärmeerzeuger und oberstem Heizkörper plus einen anlagenabhängigen Zuschlag. Maßgeblich ist die Markierung an Ihrem Manometer, nicht ein allgemeiner Richtwert.

Fällt der Druck darunter, muss Wasser nachgefüllt werden — zu viel Druck ist dabei genauso ungünstig wie zu wenig. Wenn Sie den Füllvorgang nicht kennen, überlassen Sie ihn dem Fachbetrieb. Aufhorchen sollten Sie, wenn der Druck wiederholt innerhalb weniger Wochen abfällt: Das deutet auf eine Undichtigkeit oder ein erschöpftes Ausdehnungsgefäß hin.

Weitere Handgriffe vor der Heizsaison

  • Thermostatventile bewegen. Nach einem langen Sommer setzt sich der Ventilstift unter dem Thermostatkopf gern fest. Drehen Sie jedes Thermostat einmal ganz auf und wieder zu.
  • Heizkörper freistellen. Vorhänge, Möbel oder Verkleidungen davor stauen die Wärme, statt sie in den Raum zu lassen.
  • Staub entfernen. Zwischen den Lamellen sammelt sich über den Sommer Staub, der die Wärmeabgabe bremst.
  • Heizkurve und Zeitprogramm prüfen. Nachtabsenkung und Ferienprogramme stehen oft noch auf den Einstellungen der letzten Saison.
  • Vorräte kontrollieren. Bei Öl- und Pelletheizungen den Füllstand prüfen, solange noch Zeit für eine Lieferung ist.

Wann Sie den Fachbetrieb rufen sollten

Entlüften ist Selbsthilfe, keine Wartung. Es ersetzt weder die jährliche Prüfung des Wärmeerzeugers noch die Kontrolle sicherheitsrelevanter Bauteile. Was dabei geprüft wird, beschreibt unser Beitrag zur Heizungswartung.

  • Ein Heizkörper bleibt auch nach dem Entlüften und bei voll geöffnetem Thermostat kalt.
  • Der Anlagendruck sinkt immer wieder ab.
  • Mehrere Räume werden nicht mehr richtig warm, obwohl Luft ausgeschlossen ist — dann kann ein hydraulischer Abgleich sinnvoll sein.
  • Die Heizung macht ungewohnte Geräusche, riecht auffällig oder zeigt eine Störmeldung.

Fällt die Heizung ganz aus, hilft unsere Übersicht dazu, was Sie vor dem Eintreffen des Notdienstes selbst prüfen können. Für alles Weitere ist unser 360°-Service in Rheinberg, Moers, Kamp-Lintfort und im übrigen Kreis Wesel für Sie da.

Häufige Fragen

Wie oft muss man Heizkörper entlüften?

In der Regel einmal jährlich, am besten vor Beginn der Heizsaison im Spätsommer oder Frühherbst. Zusätzlich immer dann, wenn ein Heizkörper gluckert oder oben kalt bleibt, sowie nach jedem Nachfüllen von Heizungswasser.

Muss die Heizung beim Entlüften an oder aus sein?

Die Umwälzpumpe sollte abgeschaltet sein und die Anlage 30 bis 60 Minuten ruhen. Nur dann sammelt sich die Luft dort, wo Sie sie ablassen können. Bei laufender Pumpe wird sie im Kreislauf mitgerissen.

Warum wird mein Heizkörper trotz Entlüften nicht warm?

Dann liegt es meist nicht an Luft. Häufigste Ursache ist ein festsitzender Ventilstift unter dem Thermostatkopf, der sich über den Sommer nicht bewegt hat. Auch ein fehlender hydraulischer Abgleich, Ablagerungen im Heizkörper oder ein defektes Thermostat kommen infrage.

Kann ich beim Entlüften etwas beschädigen?

Bei ruhiger Vorgehensweise ist das Risiko gering. Zwei Fehler sollten Sie vermeiden: das Entlüftungsventil ganz herausdrehen und bei heißem Heizungswasser arbeiten. Öffnen Sie das Ventil nur eine Vierteldrehung und lassen Sie die Anlage vorher abkühlen.

Ein Nachmittag mit Entlüftungsschlüssel und Manometer bringt Ihre Heizung zuverlässig in die kalte Jahreszeit: mehr Wärme im Raum, weniger Geräusche, ein besseres Gefühl beim ersten Frost. Alles Weitere übernehmen wir gern — sprechen Sie uns für einen Wartungstermin an, bevor die ersten kalten Nächte kommen.